Im Flugzeug ist viel Platz. Ich sitze am Fenster, habe aber
niemanden neben mir. Traumhaft! Beine beliebig ausstrecken, nicht beengt sitzen
– paßt. Ich hole erst mal das Netbook heraus. Bin doch noch zu sehr im
Arbeitsmodus als daß ich gleich schlafen könnte. Ich wähle aus dem
Musikprogramm zuerst U2, danach Afrikanische Musik. Wundervolle Erinnerungen an
singende, tanzende und lachende Liberianer.
Zuerst gehe ich Reginas Dokumente durch, die sie in Sachen
Hygiene und Arbeitsschutz erstellt hat. Danach schreibe ich am Blog weiter bis
der Akku leer ist. Ich beschließe dann, die Augen zu schließen. Das hält aber
nicht lange an, weil der Pilot dann den Landeanflug auf Brüssel ankündigt.
Im Flugzeug wurden uns Formulare ausgeteilt, in denen neben
den Personalien der Fluggäste auch die Flugnummer, Sitzplatznummer,
Anschlußflug sowie Kontaktdaten der nächsten Angehörigen erfragt werden. Diese
dienen zur möglicherweise notwendigen Nachverfolgbarkeit von Fluggästen, die
mit einem eventuell auftretenden Ebolapatienten während des Flugs in engeren
Kontakt gekommen sein könnten. Tolle Sache. Sollte tatsächlich jemand während
des Flugs Symptome einer Ebolaerkrankung zeigen, könnte direkt ermittelt werden,
wer tatsächlich in Gefahr stand, angesteckt zu werden. In Brüssel wird gleich
nach dem Ausstieg aus dem Flugzeug ebenfalls nochmals die Körpertemperatur
gemessen. Aber das werde ich die nächsten 21 Tage ebenfalls zweimal täglich
tun. Auch wenn ich in den letzten fünf Wochen nicht mit einem
Ebolapatienten in Kontakt war.
Dementsprechend rechne ich nicht damit, ggf. die Symptome wegen Ebola zu
entwickeln. Deshalb dient die die 21 Tage dauernde Karrenzzeit nach dem Einsatz
nicht unbedingt der Vermeidung des Einschleppens von Ebola sondern eher der
Vermeidung einer Ansteckung meinerseits. Und damit niemand auf den Gedanken
kommt, mein Husten hätte etwas mit Ebola zu tun. Der kommt von den
Wechselbädern wegen der Klimaanlagen. Mit der erfolgten Landung in Berlin endet
dieser Blog eigentlich. Vermutlich werde ich es mir aber nicht nehmen lassen
noch die eine oder andere Rückschau zu posten.


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