Donnerstag, 22. Januar 2015

20.01.2015 - Rückflug

Im Flugzeug ist viel Platz. Ich sitze am Fenster, habe aber niemanden neben mir. Traumhaft! Beine beliebig ausstrecken, nicht beengt sitzen – paßt. Ich hole erst mal das Netbook heraus. Bin doch noch zu sehr im Arbeitsmodus als daß ich gleich schlafen könnte. Ich wähle aus dem Musikprogramm zuerst U2, danach Afrikanische Musik. Wundervolle Erinnerungen an singende, tanzende und lachende Liberianer.

Zuerst gehe ich Reginas Dokumente durch, die sie in Sachen Hygiene und Arbeitsschutz erstellt hat. Danach schreibe ich am Blog weiter bis der Akku leer ist. Ich beschließe dann, die Augen zu schließen. Das hält aber nicht lange an, weil der Pilot dann den Landeanflug auf Brüssel ankündigt.



Im Flugzeug wurden uns Formulare ausgeteilt, in denen neben den Personalien der Fluggäste auch die Flugnummer, Sitzplatznummer, Anschlußflug sowie Kontaktdaten der nächsten Angehörigen erfragt werden. Diese dienen zur möglicherweise notwendigen Nachverfolgbarkeit von Fluggästen, die mit einem eventuell auftretenden Ebolapatienten während des Flugs in engeren Kontakt gekommen sein könnten. Tolle Sache. Sollte tatsächlich jemand während des Flugs Symptome einer Ebolaerkrankung zeigen, könnte direkt ermittelt werden, wer tatsächlich in Gefahr stand, angesteckt zu werden. In Brüssel wird gleich nach dem Ausstieg aus dem Flugzeug ebenfalls nochmals die Körpertemperatur gemessen. Aber das werde ich die nächsten 21 Tage ebenfalls zweimal täglich tun. Auch wenn ich in den letzten fünf Wochen nicht mit einem Ebolapatienten  in Kontakt war. Dementsprechend rechne ich nicht damit, ggf. die Symptome wegen Ebola zu entwickeln. Deshalb dient die die 21 Tage dauernde Karrenzzeit nach dem Einsatz nicht unbedingt der Vermeidung des Einschleppens von Ebola sondern eher der Vermeidung einer Ansteckung meinerseits. Und damit niemand auf den Gedanken kommt, mein Husten hätte etwas mit Ebola zu tun. Der kommt von den Wechselbädern wegen der Klimaanlagen. Mit der erfolgten Landung in Berlin endet dieser Blog eigentlich. Vermutlich werde ich es mir aber nicht nehmen lassen noch die eine oder andere Rückschau zu posten. 


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