Freitag, 16. Januar 2015

14.01.15 - Feuer und Flamme

Ein heißer Tag geht zu Ende. Dies nicht wegen der Sonne, die natürlich auch für die übliche tropische Hitze sorgt, sondern wegen unseres Tagesprogramms: Wir schulen die lokalen Helfer in der Brandbekämpfung mit der Kübelspritze. Holzabfälle sind ja ausreichend vorrätig und sorgen für ausreichend Brennmaterial. Den größten Teil der Übung bestreitet mein Nachfolger Alex, tatkräftig unterstützt von Regina und Administratorin Gabi. Den meisten macht das Hantieren mit der Kübelspritze richtig Spaß.





Parallel dazu übt ein kleiner Teil unserer deutschen Mannschaft das Vorgehen bei einem Ebolaverdacht eines Kollegen mit Transfer vom Hotelzimmer zum Rettungswagen. Mein Part dabei besteht, wie sonst auch, aus dem Absprühen potentiell verunreinigter Stellen und Unterstützung beim sicheren Ablegen der Schutzkleidung.

Abends hält eine ehemalige Botschafterin Liberias in Deutschland einen sehr interessanten Vortrag über die Geschichte und Kultur Liberias. Sie erklärt uns auch, woher der „Brauch“kommt, Arbeitnehmern an Festtagen Reis zu schenken oder ihnen Mahlzeiten anzubieten. Dahinter steckt die Firma Firestone, die als erste ausländische Firma Liberianer in der Kautschukgewinnung aus dem Gummibaum einsetzten. Da diese Arbeiter sich bis dahin überwiegend von selbst angebautem Reis ernährt und für den Anbau nun keine Zeit mehr hatten, führte die Firma die Abgabe von Reis ein. Das wurde dann auch von anderen Arbeitgebern übernommen.


Den größten Fehler, den man hier machen kann ist übrigens, nicht zu grüßen. Egal wo. Dann habe ich das bisher ja wenigstens richtig gemacht. Es ist immer wieder schön, wie unsere lokalen Mitarbeiter kommen und uns freudig begrüßen. Natürlich auf Gegenseitigkeit. Ich freue mich ja auch, sie zu sehen. Wir führen tolle Gespräche am Rande. Interessante, lustige aber auch zuweilen ernste.  Es ist wirklich ein Vorrecht, mit diesen tollen Menschen arbeiten zu dürfen. Auch die zahlreichen Menschen, die sich vor dem Tor aufhalten und auf eine Anstellung hoffen: Sie sind immer freundlich und grüßen. Vielen sieht man die Verzweiflung an, mit der sie auf eine Anstellung hoffen. Sie alle können wir leider nicht beschäftigen. 

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