Ein heißer Tag geht zu Ende. Dies nicht wegen der Sonne, die
natürlich auch für die übliche tropische Hitze sorgt, sondern wegen unseres
Tagesprogramms: Wir schulen die lokalen Helfer in der Brandbekämpfung mit der
Kübelspritze. Holzabfälle sind ja ausreichend vorrätig und sorgen für
ausreichend Brennmaterial. Den größten Teil der Übung bestreitet mein
Nachfolger Alex, tatkräftig unterstützt von Regina und Administratorin Gabi.
Den meisten macht das Hantieren mit der Kübelspritze richtig Spaß.
Parallel dazu übt ein kleiner Teil unserer deutschen
Mannschaft das Vorgehen bei einem Ebolaverdacht eines Kollegen mit Transfer vom
Hotelzimmer zum Rettungswagen. Mein Part dabei besteht, wie sonst auch, aus dem
Absprühen potentiell verunreinigter Stellen und Unterstützung beim sicheren Ablegen
der Schutzkleidung.
Abends hält eine ehemalige Botschafterin Liberias in
Deutschland einen sehr interessanten Vortrag über die Geschichte und Kultur
Liberias. Sie erklärt uns auch, woher der „Brauch“kommt, Arbeitnehmern an
Festtagen Reis zu schenken oder ihnen Mahlzeiten anzubieten. Dahinter steckt
die Firma Firestone, die als erste ausländische Firma Liberianer in der
Kautschukgewinnung aus dem Gummibaum einsetzten. Da diese Arbeiter sich bis
dahin überwiegend von selbst angebautem Reis ernährt und für den Anbau nun
keine Zeit mehr hatten, führte die Firma die Abgabe von Reis ein. Das wurde
dann auch von anderen Arbeitgebern übernommen.
Den größten Fehler, den man hier machen kann ist übrigens,
nicht zu grüßen. Egal wo. Dann habe ich das bisher ja wenigstens richtig
gemacht. Es ist immer wieder schön, wie unsere lokalen Mitarbeiter kommen und
uns freudig begrüßen. Natürlich auf Gegenseitigkeit. Ich freue mich ja auch,
sie zu sehen. Wir führen tolle Gespräche am Rande. Interessante, lustige aber
auch zuweilen ernste. Es ist wirklich
ein Vorrecht, mit diesen tollen Menschen arbeiten zu dürfen. Auch die
zahlreichen Menschen, die sich vor dem Tor aufhalten und auf eine Anstellung
hoffen: Sie sind immer freundlich und grüßen. Vielen sieht man die Verzweiflung
an, mit der sie auf eine Anstellung hoffen. Sie alle können wir leider nicht beschäftigen.



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