Heute führen wir zuerst für „mein“ IPC-Team und dann mit den
„Medizinern“ ein Notfalltraining durch. Sollte eine Person unter der
Schutzkleidung kollabieren und bewußtlos werden, muß diese in Seitenlage
gebracht und schnellstmöglich ausgeschleust werden. In dem Fall wird auf das
aufwendige Entkleiden verzichtet und die Person aus der Schutzkleidung von
hinten her via Schere befreit. Sie machen das schon ganz gut, aber etwas
Training ist schon auch noch wichtig.
Supervisor Joseph meldet sich heute krank. Er hatte letzte
Woche schon Zahnweh. Wir beschließen, Sacrkorline die Chance zu geben, das Team
zu leiten. Sie war in den letzten Tagen vor allem durch gutes und konzentriertes
Arbeiten aufgefallen. In den paar Stunden dieser Schicht erlebe ich begeistert,
wie diese zurückhaltende junge Frau auf einmal aus sich herausgeht und ihr Team
im Griff hält! Selbstverständlich gebe ich ihr am Abend diese Rückmeldung. Wenn
wir mal auf einen Dreischichtmodus wechseln, wird sie die dritte Schicht
übernehmen.
Insgesamt vier kranke Menschen kommen heute zur ETU –
allerdings haben die alle höchstwahrscheinlich kein Ebola. Die Desinfektion der
betretenen Bereiche und Räumlichkeiten wird dennoch mit Chlorlösung durch
unsere „Sprayer“ dekontaminiert.
Abends werden wieder zwei Helferinnen des DRK verabschiedet
und zum Flughafen gebracht. Das Leben ist eben voller Veränderungen.


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