Neben der Ausbildung der Mitarbeiter des gestern erwähnten
Krankenhauses steht heute der Betrieb des Incinerators im Vordergrund, der nach
vielen Schwierigkeiten im Aufbau nun endlich einsatzklar ist. Wir haben zwei
davon – in zwei Größen. Ein Incinerator ist ein Ofen, in dem Müll unter hoher
Temperatur und mit Unterstützung durch ein Gebläse hocheffizient verbrannt
wird.
Viel Energie stecken wir seit knapp zwei Wochen in eine
Konzeptionsänderung. Da die Zahl der Ebolaerkrankungen in Liberia inzwischen (Gott
sei Dank!) sehr weit zurückgegangen ist, macht die Inbetriebnahme neuer
Ebola-Behandlungseinheiten derzeit keinen Sinn. Allerdings kommen im Moment nach wie vor alle anderen
Patienten mit Infektionskrankheiten zu kurz. In den Kliniken fehlt Personal und
es herrscht die Angst vor Ebola, in den Ebola Behandlungseinheiten werden sie
abgelehnt, weil sie ja nicht an Ebola erkrankt sind. Fast alle Patienten, die
sich in letzter Zeit bei uns gemeldet haben, wären hier richtig gewesen.
Inzwischen haben fast alle Beteiligten Zustimmung für dieses
neue Konzept signalisiert. Deshalb arbeiten wir alle mit Hochdruck an der
Anpassung an die neuen Gegebenheiten: Ein paar bauliche Veränderungen müssen
getätigt werden. Es braucht etwas mehr an Medikamenten und ein kleines Labor.
Manche Vorgänge müssen neu überdacht werden und auch in meinem Bereich muß z.B.
das Thema „Schutzkleidung“ neu überdacht werden. Viel Arbeit, die aber total
Spaß macht. Der neue Name: Severe Infection Temporary Treatment Unit oder kurz
SITTU.

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