Der Tag verläuft eher ruhig. Wir veranstalten ein paar
Übungen um das Gelernte lebendig zu halten.
Abends erhalten wir dann endlich die ersehnte Bestätigung
aus Deutschland, daß das angestrebte SITTU-Konzept so umgesetzt werden kann.
Die Umbauarbeiten dafür sind inzwischen weitgehend abgeschlossen. Da haben Uwe
von der Bundeswehr und Christof vom DRK und ihre Crew aus lokalen Helfern schon
tolle Arbeit geleistet!
Überhaupt ist die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr hier
einfach klasse. Ich habe die tollen Menschen aus der Bundeswehr bisher eher am
Rande erwähnt. Dabei ist dieser Einsatz in der Geschichte beider Organisationen
historisch! Auftrag der Bundeswehr ist ja nicht die Katastrophenhilfe. Und
schon gar nicht im Ausland. Wenn sie im Inland mal Sandsäcke füllen, ist das
eher eine Ausnahme und gehört nicht zu derem originären Auftrag.
Diese Zusammenarbeit hängt damit zusammen, daß die
Präsidentin von Liberia sich mit einem Hilfeersuchen an die deutsche Bundeskanzlerin
gewandt hat. Schlußendlich wurde dann beschlossen, die Ressourcen der
Bundeswehr und die Erfahrung in der Katastrophenhilfe des DRK zu verbinden und einen
gemeinsamen Einsatz unter Führung des DRK durchzuführen. Da beide
Organisationen unterschiedlich arbeiten, brauchte es anfangs natürlich einige
Abstimmungs- und Angleichungsprozesse. Aber dafür, daß alle Beteiligten quasi
in diese Situation „hineingeworfen“ wurden, wurde sehr schnell eine tolle
Zusammenarbeit daraus.
Ich lerne hier also nicht nur tolle Liberianer kennen und
schätzen, sondern auch ganz tolle Menschen aus der Bundeswehr. Die Strukturen und
Rangabzeichen etc. werde ich wohl nie verstehen – sie aber umgekehrt auch die
des DRK nicht. Um diesem „Unwissen“ zu begegnen, hielt ich vor zwei Wochen auch
mal einen Vortrag mit Basiswissen über das Rote Kreuz.
Ganz sicher wird dieser Einsatz auf höchster Ebene
ausgewertet werden. Ich persönlich würde einen solchen Einsatz jedenfalls sehr gerne wieder
machen.


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