Nach dem kurzen morgendlichen Briefing schnappe ich mir die
sieben unserer lokalen Helfer, die mir bereits am Vortag geholfen hatten, ein
Zelt (für die, die es interessiert: ein SG50) abzubauen. Dieses laden wir auf
und fahren dann zu einer Klinik, die die Bundeswehr mit einem Umbau
unterstützt. Im Wartebereich soll eine Triagestation eingerichtet werden, von
der aus Patienten kurz befragt werden können, ohne daß das Personal Gefahr läuft,
sich anzustecken. Während des Umbaus soll „unser“ Zelt als Triage dienen.
Ich habe bisher ja kaum das ETU-Gelände verlassen. Da war
die Fahrt in die Stadt schon sehr eindrücklich. Ich persönlich liebe diese Art
von Straßenverkehr: Kaum Regeln, jeder muß aufpassen, jeder muß auch mal
Rücksicht nehmen, die Hupe ist das wichtigste Teil des Fahrzeugs. Interessant
ist, als Eric, der Fahrer „eine dritte Spur aufmacht“: Weil sich der Verkehr auf
den beiden Fahrspuren in Richtung Stadt staut, zieht Eric nach links auf die
linke Gegenspur und fährt dort weiter. Entgegenkommende Autos werden durch Hupe
und Lichthupe gewarnt und weichen aus. Wir haben neben dem Rotkreuzzeichen auch
einen großen Aufkleber angebracht, der uns als Teil der „Ebola Task Force“
kennzeichnet. Daher dürfen wir das, klärt mich Eric auf. Er lenkt den
Landcruiser sehr souverän und sicher. Da bleibe ich auch als Beifahrer ruhig.
Unglaublich viele Menschen stehen auch am Straßenrand und rotieren ihre ausgestreckte Hand hin und her zum Zeichen daß sie
mitgenommen werden wollen. Sehr oft halten dann Fahrzeuge und nehmen diese mit.
Man kann aber nicht davon ausgehen, daß bei einem vorausfahrenden Fahrzeug in
diesem Fall geblinkt wird oder das Bremslicht funktioniert....
Viele Autos haben auch eine Panne und werden direkt auf der
Straße, dort wo sie liegenbleiben repariert und dazu ggf. auch provisorisch
aufgebockt.
Der Zeltaufbau läuft prima! „Kurz macht lang und lang macht
hoch“ haben sie sich von gestern noch gemerkt. Wer schon mal ein DRK-Zelt
errichtet hat, weiß, wovon ich rede.
Joseph, als Supervisor der zweiten Schicht, ordnet am
Nachmittag noch Großputz in den Bürocontainern an. Sie sind richtig eifrig bei
der Sache.



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