Mittwoch, 7. Januar 2015

07.01.15 - Augen auf im Straßenverkehr

Nach dem kurzen morgendlichen Briefing schnappe ich mir die sieben unserer lokalen Helfer, die mir bereits am Vortag geholfen hatten, ein Zelt (für die, die es interessiert: ein SG50) abzubauen. Dieses laden wir auf und fahren dann zu einer Klinik, die die Bundeswehr mit einem Umbau unterstützt. Im Wartebereich soll eine Triagestation eingerichtet werden, von der aus Patienten kurz befragt werden können, ohne daß das Personal Gefahr läuft, sich anzustecken. Während des Umbaus soll „unser“ Zelt als Triage dienen.

Ich habe bisher ja kaum das ETU-Gelände verlassen. Da war die Fahrt in die Stadt schon sehr eindrücklich. Ich persönlich liebe diese Art von Straßenverkehr: Kaum Regeln, jeder muß aufpassen, jeder muß auch mal Rücksicht nehmen, die Hupe ist das wichtigste Teil des Fahrzeugs. Interessant ist, als Eric, der Fahrer „eine dritte Spur aufmacht“: Weil sich der Verkehr auf den beiden Fahrspuren in Richtung Stadt staut, zieht Eric nach links auf die linke Gegenspur und fährt dort weiter. Entgegenkommende Autos werden durch Hupe und Lichthupe gewarnt und weichen aus. Wir haben neben dem Rotkreuzzeichen auch einen großen Aufkleber angebracht, der uns als Teil der „Ebola Task Force“ kennzeichnet. Daher dürfen wir das, klärt mich Eric auf. Er lenkt den Landcruiser sehr souverän und sicher. Da bleibe ich auch als Beifahrer ruhig.


Unglaublich viele Menschen stehen auch am Straßenrand und rotieren ihre ausgestreckte Hand hin und her zum Zeichen daß sie mitgenommen werden wollen. Sehr oft halten dann Fahrzeuge und nehmen diese mit. Man kann aber nicht davon ausgehen, daß bei einem vorausfahrenden Fahrzeug in diesem Fall geblinkt wird oder das Bremslicht funktioniert....
Viele Autos haben auch eine Panne und werden direkt auf der Straße, dort wo sie liegenbleiben repariert und dazu ggf. auch provisorisch aufgebockt.

Der Zeltaufbau läuft prima! „Kurz macht lang und lang macht hoch“ haben sie sich von gestern noch gemerkt. Wer schon mal ein DRK-Zelt errichtet hat, weiß, wovon ich rede.

Joseph, als Supervisor der zweiten Schicht, ordnet am Nachmittag noch Großputz in den Bürocontainern an. Sie sind richtig eifrig bei der Sache. 

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