Unsere beiden Reinigungskräfte Cynthia und Ester beklagen
sich, daß die Toiletten oft verschmutzt sind und die Duschen ebenfalls zum
Urinieren missbraucht würden. Da ich ja bereits neulich feststellen musste, daß
mein „wunderschönes“ Englisch nicht immer von jedem verstanden wird, lasse ich
unsere beiden Supervisors jeweils zu Beginn der Schicht auf diesen Mißstand
hinweisen. Vor allem Joseph scheint sich in dieser Rolle immer besser zu
gefallen. Er erklärt die Dinge, beschwört den Teamgeist und läßt seine Zuhörer
bestätigen, was er gesagt hat. Man ist fast versucht, ans Ende seiner Reden auf
ein „Amen“ zu warten. Er macht das schon sehr gut.
Später kommt die ETU-Administratorin auf mich zu und fragt,
wofür wir 41 Eimer bräuchten. Joseph habe die bestellt. Ich hole ihn dazu und
nach hinterfragen kommen wir darauf, daß es hier wohl üblich ist, benutztes
Toilettenpapier nicht in die Toilette sondern in einen Eimer zu werfen. Juway
sagte mir am Tag vorher, sie schätze, daß nur etwa ein Viertel der hier
arbeitenden zuhause eine Toilette hätten! Ich erkläre Joseph, daß wir das mit
den Eimern hier auf keinen Fall umsetzen können! Diese würden für Insekten eine
Brutstätte bieten, die wiederum die Verbreitung von Krankheiten fördern. Er
sieht das letztendlich dann auch ein. Vielleicht sollten wir bei unseren
Mitarbeitern mit „Hygiene Promotion“ beginnen?
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen