Montag, 12. Januar 2015

11.01.15 - Notfall am Sonntag

Ich beschließe, den ruhigen Sonntag für Aufarbeitung und strategisches zu nutzen. Klappt bis zum Mittagessen auch ganz gut. Kurz nach dem Mittagessen ruft ein Mitarbeiter der Botschaft an, der mit einer deutschen Staatsbürgerin im Auto zu uns unterwegs ist. Ihr Gesundheitszustand habe sich rapide verschlechtert. Nach einer ausfühlichen Befragung durch die Mediziner durchs Autofenster können wir eine Ebolainfektion nicht wirklich ausschließen. Wir lassen die Patientin in einen speziell abgeklebten Rettungswagen der Bundeswehr umsteigen.

Dann kommt mein Einsatz: Sowohl der PKW als auch der Weg zum Rettungswagen und der Einstieg werden von mir mit 0,5%iger Chlorlösung besprüht-  Mit dem RTW und einer Begleitmanschaft in einem Geländewagen fahren wir eine gute Stunde zur amerikanischen Behandlungseinheit, die in der Zwischenzeit die Aufnahme zugesagt hat. Als wir uns der Einheit nähern, ist auch schon der typische Chlorgeruch zu riechen. Der Rettungswagen mit der Patientin fährt ins Gelände ein, wird mit Chlor abgesprüht und die Patientin zur Eingangsdusche geführt. Nebenbei läuft das Aufnahmegespräch zwischen den Ärzten und eine nette Konversation mit weiteren Mitarbeitern. Wir haben ja alle denselben Auftrag. Das verbindet einfach.




Für mich (beziehungsweise uns drei vom IPC-Team) ist der Einsatz erst beendet, nachdem ich zurück in unserer Einheit und in Schutzkleidung den Rettungswagen gründlich mit Chlorlösung ausgesprüht habe. 

Nachtrag: Die erste Laborauswertung ergab ein negatives Ergebnis auf Ebola. Höchstwahrscheinlich handelt es sich um Malaria. 

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