Ich beschließe, den ruhigen Sonntag für Aufarbeitung und
strategisches zu nutzen. Klappt bis zum Mittagessen auch ganz gut. Kurz nach
dem Mittagessen ruft ein Mitarbeiter der Botschaft an, der mit einer deutschen
Staatsbürgerin im Auto zu uns unterwegs ist. Ihr Gesundheitszustand habe sich
rapide verschlechtert. Nach einer ausfühlichen Befragung durch die Mediziner
durchs Autofenster können wir eine Ebolainfektion nicht wirklich ausschließen.
Wir lassen die Patientin in einen speziell abgeklebten Rettungswagen der
Bundeswehr umsteigen.
Dann kommt mein Einsatz: Sowohl der PKW als auch der Weg zum
Rettungswagen und der Einstieg werden von mir mit 0,5%iger Chlorlösung
besprüht- Mit dem RTW und einer
Begleitmanschaft in einem Geländewagen fahren wir eine gute Stunde zur
amerikanischen Behandlungseinheit, die in der Zwischenzeit die Aufnahme
zugesagt hat. Als wir uns der Einheit nähern, ist auch schon der typische
Chlorgeruch zu riechen. Der Rettungswagen mit der Patientin fährt ins Gelände
ein, wird mit Chlor abgesprüht und die Patientin zur Eingangsdusche geführt.
Nebenbei läuft das Aufnahmegespräch zwischen den Ärzten und eine nette
Konversation mit weiteren Mitarbeitern. Wir haben ja alle denselben Auftrag.
Das verbindet einfach.
Für mich (beziehungsweise uns drei vom IPC-Team) ist der
Einsatz erst beendet, nachdem ich zurück in unserer Einheit und in
Schutzkleidung den Rettungswagen gründlich mit Chlorlösung ausgesprüht habe.
Nachtrag: Die erste Laborauswertung ergab ein negatives Ergebnis auf Ebola. Höchstwahrscheinlich handelt es sich um Malaria.


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen