Sonntag, 28. Dezember 2014

27.12.14 - Ernstfall oder heiße Übung?

Heute wird das medizinische Personal trainiert. Schutzanzug an, ein bisschen darin bewegen und dann wieder das kontrollierte Ablegen. Sie machen das schon ganz gut.

Auf einmal erhalten wir die Meldung, daß sich in der Triage ein Mann befindet, der meint, an Ebola erkrankt zu sein. Sofort schalten wir auf Ernstfall. Ich beordere zwei Sprayer in die Donning-Station (also der Bereich, in dem die Schutzkleidung angelegt wird) und beschließe, das Team zu begleiten. Ich schaue vor und nach dem Ankleiden schnell auf die Uhr: Mit der Unterstützung zweier Helferinnen bin ich in acht Minuten voll angekleidet. Keine schlechte Zeit...

Noch während des Ankleidens erfahren wir, daß der Patient ziemlich sicher kein Ebola und noch nicht mal eine Infektionskrankheit hat. Trotzdem ziehen wir das Programm wie einen Ernstfall durch. Sozusagen als „scharfe Übung“ begeben wir uns als Team in den Aufnahmebereich (Triage) und sprühen dort mit Chlorlösung den Raum ab und legen den Fieberthermometer in Chlorlösung ein. Was ich als Leistung von meinem Team sehe, begeistert mich regelrecht! Die haben wirklich sehr gut gelernt! Die gehen total selbständig und umsichtig vor! Arthur entgleitet kurz sein Handapparat des Sprayers, so daß die Spitze den Boden berührt. Nachdem er das Teil wieder aufgenommen hat, steht Sacrkorline schon bereit, um die Spitze abzusprühen. Überall, wo potentiell Berührung stattgefunden haben könnte, wird sorgfältig abgesprüht. Richtig klasse! Beim „Doffing“, also der Auskleidestation merke ich dann auch, wie belastend die Arbeit im Schutzanzug für den Kreislauf ist. Ich muß ihn beschleunigt abziehen und mich hinsetzen. Während wir sonst überwiegend Wasser trinken, erhalten die Arbeiter im Schutzanzug nach Ablegen je eine Dose Cola oder Limo zum Elektrolyt- bzw. Zuckerausgleich. Die ist wohlverdient!


Ich werde mein Team auch weiterhin bei Bedarf in die rote Zone begleiten – aber die Leistung heute hat mich überzeugt, daß sie wirklich vieles gelernt und verinnerlicht haben. Dickes Lob an meine Vorgänger und natürlich an das Team! Bin sehr sehr stolz auf sie!

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