Dienstag, 16. Dezember 2014

11.12.14 - Briefing

Zur Abreise hin wurde es dann doch noch recht hektisch. Zu vieles war dann doch noch zu erledigen. Und ich mit meinem Sprachfehler („Nein-Phobie“) hatte dann auch noch dem Südwestfunk für ein Interview im Studio in Waldshut zwei Tage  und dem „Hausbesuch“ eines Kamerateams am Tag vor Abflug zugesagt. Sie wollten unter anderm filmen, wie ich meinen Koffer, genauer meine Alukiste packe. Das war tatsächlich „live“! Vorher kam ich einfach  nicht zum Packen. OK, das Bügeln war gestellt – auch wenn ich es an sich könnte...

Bevor ich mich ins Bett begebe noch schnell die Haare geschnitten. Im warmen Ausland auch noch lange Haare – das kann ich nicht haben. Nach ca. drei Stunden klingelt mich um vier Uhr dann auch der Wecker wieder wach. Das Taxi, das mich zum Flughafen Basel bringt, ist auf 4:45 Uhr bestellt.

In Berlin suche ich mir erst mal eine  ruhige Ecke auf dem Flughafen, weil SWR1 noch ein Radiointerview  angefragt hatte. Dann geht es via Taxi zum DRK Generalsekretariat. Auf 10:30 Uhr ist das „Briefing“ angesetzt. Zu deutsch könnte manes  auch „Lageeinweisung“ nennen. Aber es ist ja ein internationaler Einsatz. Hier lerne ich nun auch Christof kennen, der als Techniker ebenfalls nach Liberia reist. Zuerst erhalten wir allgemeine Informationen zur aktuellen Lage und zum Fortschritt des Baus der Ebolastation (= Ebola Treatment Unit ETU). Diese befindet sich kurz nun vor der Fertigstellung. 

Meine Aufgabe (nach dem Training) wird, wie ich schon vermutet hatte, schwerpunktmäßig auf der Bereitstellung der Anzüge und Desinfektionslösung sowie deren Entsorgung, zusammen mit medizinischem Material liegen. Hier macht sich natürlich bezahlt, daß ich mich mit diesem Thema nunmehr seit über zehn Jahren beschäftige.

Besonders eindrücklich war eine Stunde mit Prof. Joachim Gardemann, der noch nicht lange aus Sierra Leone zurück ist. Er legte uns zwei Dinge nahe: „No touch“ und „no Sun“ – soll heißen: Abstand zu allen Menschen halten, keine Berührungen und sich nicht der prallen Sonne aussetzen. Letzteres, weil dies die Körperthemperatur nach oben treiben und somit den Verdacht einer Erkrankung unnötig entstehen lassen kann. Mein Lederhut wird mir also mal wieder beste Dienste leisten, zumal die Regengüsse dort auch total heftig sind.


Es geht dann noch um finanzielles und organisatorisches bis wir zum nahe gelegenen Hotel entlassen werden. Nach einer kurzen Fahrt in die Stadt, schlafe ich total schnell ein.  

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