Zur Abreise hin wurde es dann doch noch recht hektisch. Zu
vieles war dann doch noch zu erledigen. Und ich mit meinem Sprachfehler
(„Nein-Phobie“) hatte dann auch noch dem Südwestfunk für ein Interview im
Studio in Waldshut zwei Tage und dem
„Hausbesuch“ eines Kamerateams am Tag vor Abflug zugesagt. Sie wollten unter
anderm filmen, wie ich meinen Koffer, genauer meine Alukiste packe. Das war
tatsächlich „live“! Vorher kam ich einfach
nicht zum Packen. OK, das Bügeln war gestellt – auch wenn ich es an sich
könnte...
Bevor ich mich ins Bett begebe noch schnell die Haare
geschnitten. Im warmen Ausland auch noch lange Haare – das kann ich nicht
haben. Nach ca. drei Stunden klingelt mich um vier Uhr dann auch der Wecker
wieder wach. Das Taxi, das mich zum Flughafen Basel bringt, ist auf 4:45 Uhr
bestellt.
In Berlin suche ich mir erst mal eine ruhige Ecke auf dem Flughafen, weil SWR1 noch
ein Radiointerview angefragt hatte. Dann
geht es via Taxi zum DRK Generalsekretariat. Auf 10:30 Uhr ist das „Briefing“
angesetzt. Zu deutsch könnte manes auch
„Lageeinweisung“ nennen. Aber es ist ja ein internationaler Einsatz. Hier lerne
ich nun auch Christof kennen, der als Techniker ebenfalls nach Liberia reist.
Zuerst erhalten wir allgemeine Informationen zur aktuellen Lage und zum
Fortschritt des Baus der Ebolastation (= Ebola Treatment Unit ETU). Diese
befindet sich kurz nun vor der Fertigstellung.
Meine Aufgabe (nach dem Training) wird, wie ich schon
vermutet hatte, schwerpunktmäßig auf der Bereitstellung der Anzüge und
Desinfektionslösung sowie deren Entsorgung, zusammen mit medizinischem Material
liegen. Hier macht sich natürlich bezahlt, daß ich mich mit diesem Thema
nunmehr seit über zehn Jahren beschäftige.
Besonders eindrücklich war eine Stunde mit Prof. Joachim
Gardemann, der noch nicht lange aus Sierra Leone zurück ist. Er legte uns zwei
Dinge nahe: „No touch“ und „no Sun“ – soll heißen: Abstand zu allen Menschen
halten, keine Berührungen und sich nicht der prallen Sonne aussetzen.
Letzteres, weil dies die Körperthemperatur nach oben treiben und somit den
Verdacht einer Erkrankung unnötig entstehen lassen kann. Mein Lederhut wird mir
also mal wieder beste Dienste leisten, zumal die Regengüsse dort auch total
heftig sind.
Es geht dann noch um finanzielles und organisatorisches bis
wir zum nahe gelegenen Hotel entlassen werden. Nach einer kurzen Fahrt in die
Stadt, schlafe ich total schnell ein.
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