Da unternehme ich als Öffentlichkeitsarbeiter nun seit fast 15 Jahren alles Mögliche, um das öffentliche Interesse für die tolle Arbeit der ehren- und hauptamtlich im Roten Kreuz aktiven Menschen zu wecken, und jetzt kommt Ebola… Als Teilnehmer beim ersten Vor-Training fragte mich ein Filmteam, ob sie mich durch die Praxisstation begleiten dürften. Am selben Abend wird der Beitrag in den ARD-Tagesthemen gesendet und das Interesse war auf einmal riesig! Tages- und Wochenzeitungen, Fernseh- und Radiostationen - das Interesse für ein Interview oder einen Dreh war enorm. Unglaublich!
Fast alle Wünsche konnte ich erfüllen, beinahe alle Termine bisher wahrnehmen. Ich lernte viele interessante Menschen kennen und konnte ein wenig hinter die Kulissen des Mediengeschäfts blicken. Die Fragen waren fast immer dieselben. Im Mittelpunkt der Berichterstattung stand immer der Mensch Christoph Dennenmoser, oft auch das Umfeld.
Leider konnte ich in keinem der Beiträge ausdrücken, was für mich in dieser Hinsicht wichtig und hilfreich ist. Eine Redakteurin meinte, ich wäre eben das, was einen “Helden” verkörpert. Ja, ich würde sehr gerne “die Welt retten” - aber das schaffe ich nicht und erst recht nicht alleine! Damit ich in den Einsatz gehen kann, sind so viele weitere wertvolle Menschen beteiligt. Das fängt bei den Mitarbeitern im DRK Generalsekretariat an, die die Einsätze planen, das Personal zusammenstellen, Visa beantragen, Flüge buchen, als Ansprechpartner für das eingesetzte Personal dienen… Da fallen Überstunden noch und nöcher an! Aber sie sind immer freundlich, wenn man doch mal zwischendurch etwas wissen will oder eine Frage hat.
Damit ich ins Ausland gehen kann, muß mein Betrieb mich freistellen. Nur weil “Rotes Kreuz” auf unseren Fahrzeugen steht, ist das nicht selbstverständlich! Die Notfallrettung im Landkreis muß lückenlos weiterlaufen, der Rettungsdienstleiter muß den Dienstplan trotzdem füllen, meine Kollegen ggf. Überstunden machen. Ich kenne genügend Menschen, deren Arbeitgeber sich da bei weitem nicht so flexibel zeigen!
Und dann ist da der Zuspruch vieler Freunde und Familienmitglieder. Da ist Ermutigung, sind Gebete, liebe Worte, Anteilnahme, Interesse… Das bedeutet mir schon sehr viel. Am wichtigsten ist hier natürlich auch die Unterstützung durch meine Frau. Sie muß schon auf sehr vieles verzichten, steht aber trotzdem voll hinter mir und meinem Engagement.
Nicht zuletzt bin ich mir durchaus auch bewußt, daß jeder Schutzanzug, den ich mir in Afrika anlegen werde, und der mich vor Ansteckung vor dieser tückischen Krankheit schützen wird, Spendern und Fördermitgliedern zu verdanken habe. Ohne deren Unterstützung wäre so ein Einsatz kaum bzw. gar nicht möglich.
Wenn ich mir diese Liste so ansehe, erkenne ich ganz schnell, daß ich eines der vielen Rädchen im humanitären Getriebe bin, das sich nicht drehen könnte, wenn die anderen nicht wären und an ihrem Platz ihren Job tun würden. Das macht mich sehr dankbar für alle die Menschen, die sich in der vorgenannten Aufzählung finden. DANKE!!!
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